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Biohacking. 880 Bytes unter deiner Haut

Biohacking. 880 Bytes unter deiner Haut

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Mit dem Fortschritt der Technik wird alles kleiner und komplexer. Biohacking nutzt diesen Fortschritt: So kann unser Körper „Upgrades“ durch technische Hilfsmittel bekommen. Schon seit einigen Jahren gibt es Fitness-Armbänder, die Schritte zählen und den Alltag analysieren. Aber was ist der nächste Schritt? Geht der nächste Schritt unter die Haut?

Auf der diesjährigen CeBIT in Hannover konnte man sich einen Chip implantieren lassen. Der kleine gläserne Chip ist etwas größer als ein Reiskorn und wird zwischen Daumen und Zeigefinger unter die Haut eingepflanzt. Er unterstützt dank RFID Technik die Kommunikation mit NFC Geräten. Das Near field communication Feature, ist zum Beispiel in den meisten neuen Android Smartphones schon integriert. Bei iPhones ist es schon seit dem 6er Modell an Board, aber leider ist NFC aktuell ausschließlich für den Apple Dienst Pay reserviert. Die Firma mit dem etwas unglücklichen Namen Dangerous Things aus den USA, hat ein Do-It-Yourself Kit für 89€ entwickelt. Damit soll es theoretisch möglich sein, den kleinen Eingriff selbst zu machen. Es wird allerdings empfohlen, einen Piercer zu besuchen.

Was heißt das für den Alltag? Mit dem Chip hat man seine eigenen 880 Bytes immer dabei. Man kann ihn selbst neu umprogrammieren. Das heißt, man könnte zum Beispiel seine digitale Visitenkarte auf den Chip laden und nur durch Berührung der Hand, auf andere Smartphones übertragen. Ein anderes Szenario ist das Öffnen von Türen durch das Dranhalten der Hand. Sehr futuristisch.

Aber will man das? Will man einen Chip unter der Haut tragen, um solche Dinge machen zu können? In manchen Situationen kann es bestimmt hilfreich sein. Zum Beispiel bei medizinischen Notfällen. Wenn Informationen wie Blutgruppe oder Vorerkrankungen auf dem Chip gespeichert wären, könnte man bestimmt das eine oder andere Menschenleben mehr retten. Die Datenschützer unter uns werden jetzt wahrscheinlich mit dem Kopf schütteln, was man absolut nachvollziehen kann. Man würde noch gläserner werden, als man es jetzt schon ist, im Zeitalter von Payback-Punkten, Facebook und Google. Eine weitere Gefahr wäre auch zum Beispiel das ungewollte Auslesen seines Hand-Chips im Alltag durch Dritte.
Fotos: dangerousthings.com    

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